In diesem Jahr mit Abstand: Das war der Sporttag 2020

15 Okt In diesem Jahr mit Abstand: Das war der Sporttag 2020

In diesem Jahr mit Abstand: Das war der Sporttag 2020

Reppenstedt. Alles war anders bei diesem Sporttag 2020, die Corona-Pandemie ließ nichts anders zu: Saßen die Vereinsvertreter sonst eng an eng oder standen in Gesprächen dicht beieinander, standen die Stühle in diesem Jahr auf Abstand, ein ständiger Luftzug ging durch die Gellerser Sporthalle. Es galt Maskenpflicht und nach der Veranstaltung ging es für alle auf direktem Weg nach Hause.

Und so ließen die Abstands- und Hygieneregeln auch keine persönlichen Ehrungen zu, auch auf innige Gratulationen mussten die Sportsleute verzichten. Geehrt aber wurde trotzdem! Da die Sportlerehrung der Erwachsenen wegen Corona ausfallen musste, hatte sich das Organisationsteam um Sparkasse Lüneburg, Landeszeitung Lüneburg, Hansestadt und Landkreis Lüneburg und der KSB Lüneburg überlegt, die Würfel für die erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler zumindest den Vereinsvertreter beim Sporttag mitzugeben.

Jutta Gedrath übernahm kurzerhand die Moderation und übergab die insgesamt 220 Würfel. Spitzenreiter war hier der VfL Lüneburg, 68 Würfel gingen allein an den Stadt-Verein.  Insgesamt 98 stimmberechtigte Delegierte nahmen am Sporttag teil und stimmten allen Beschlüssen zu den

Jahresrechnungen, Haushaltsvoranschlägen 2021/2022, der Satzungsänderung und allen Wahlen einstimmig zu.

 

Reiner Sonntag, Präsidiumsmitglied des Landessportbundes Niedersachsen, Gellersens Samtgemeindebürgermeister Steffen Gärtner sowie Landrat Jens Böther dankten den vielen ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertretern aus dem Sport und dem KSB-Vorstand in ihren Grußworten.

 

Reiner Sonntag lobte den KSB Lüneburg, „da sich dieser sich als Dienstleister für seine Vereine versteht“

und hob die gute Zusammenarbeit zwischen dem LSB und dem KSB hervor. In seiner Rede betrachtete er die Corona-Pandemie als massiven Einschnitt für die Sportvereine, sieht aber den organisierten Sport nicht als Verlierer des Virus. Vielmehr sei er der Überzeugung, dass die vielen sportbegeisterten Menschen aus Niedersachsen nach dem Lockdown den Sportverein noch stärker als verlässlichen Partner wahrnehmen und ihn als gesellschaftlichen Treffpunkt zukünftig noch mehr zu schätzen wüssten.

Steffen Gärtner betrachtete als Hausherr die Unterstützung des KSB als Ehrensache und stellte die Gellersenhalle als Veranstaltungsstätte sowie seine weiteren Räumlichkeiten gern für den Sporttag und weitere KSB-Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Landrat Jens Böther berichtete, dass sein erstes Jahr als Landrat von vielen Herausforderungen geprägt war. Besonders die Corona-Pandemie habe das öffentliche Leben und damit auch den organisierten Sport bestimmt. Böther nahm Stellung zu den Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme des Oedemer Lehrschwimmbeckens nach den Sommerferien. Aufgrund verschiedener interner Probleme hätte sich die Öffnung verzögert. Er räumte ein, dass dies eine unbefriedigende Situation für die betroffenen Sportvereine gewesen sei und er wisse, dass es hierdurch zu viel Mehrarbeit bei der Belegungsplanung gekommen sei. Dafür entschuldigte er sich vor den Delegierten. Die Probleme seien direkt von der Verwaltung angepackt und mit Unterstützung des KSB bis Mitte

September gelöst worden. Böther dankte allen Ehrenamtlichen, die sich mit Überzeugung engagieren und gab bekannt, dass die Förderung im Rahmen der Corona-Soforthilfe für Kultur und Sport in die 3. Förderrunde gehe. Zudem fördere und investiere der Landkreis Lüneburg weiterhin in zahlreiche Sanierungs- und Bauprojekte von Sportvereinen.

Eine besondere Ehrung hat der TSV Radbruch auf dem Sporttag erhalten. Der Verein ist Sieger des LSB-Vereinswettbewerbs in der Kategorie bis 500 Mitglieder geworden. „Erstmals hat ein Verein die volle Punktzahl durch die Jury erhalten“, berichtete Reiner Sonntag in seiner Laudation. Ein wirklich beeindruckendes Konzept haben die Radbrucher dort vorgelegt und u.a. dem Mitgliederschwund entgegengewirkt sowie ein Sportraumentwicklungskonzept erarbeitet.

Der KSB-Vorsitzende Christian Röhling führte anhand von Bildern durch seinen Bericht und stellte insbesondere die vielen aktuell tätigen Ehrenamtlichen und die Veränderungen in der Mitarbeiterschaft vor. Er hob die laufenden Sportentwicklungsplanungen in der Hansestadt und in Adendorf hervor. Sie seien ein Gewinn für die Sportvereine vor Ort.

Er lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung und skizzierte die Arbeit des KSB in den politischen Gremien und nahm auch Stellung zu den Corona-Auswirkungen. „Die Vereine haben sich insgesamt sehr solidarisch gezeigt und alle angezeigten Schutzmaßnahmen vorbildlich umgesetzt. Zudem sind viele Übungsleiter/innen sehr kreativ geworden und haben Online-Angebote entworfen. Ja, auch wir sehen Chancen in der Corona-Pandemie. In erster Linie sehen wir allerdings eine große Verunsicherung und viele Fragezeichen bei den vielen ehrenamtlichen Vereinsfunktionären, durch knappe und kurzfristig veröffentlichte Verordnungen. Wir sehen auch, dass jetzt schon Tendenzen gibt, welche sich negativ auf die Vereinsentwicklung auswirken werden. Es fehlen vielen Vereinen die Neueintritte und auch um einige Kündigungen werden die Vereine nicht umher kommen. Die Entwicklungen und Auswirkungen für unsere Sportvereine werden wir zum Jahresanfang nach der Bestandserhebung konkreter beziffern können“, gab Röhling an.

Geschäftsführerin Susanne Pöss ergänzte: „Genau diese Entwicklungen werden sich unmittelbar auch auf den KSB auswirken und vermutlich schon ab 2022 finanzielle Gegenmaßnahmen erfordern“, prognostiziert sie.

Und am Ende gab es noch Wahlen: Gedrath wurde einstimmig als stellvertretende Vorsitzende für Vereins- und Verbandsentwicklung gewählt und setzt damit ihre bereits begonnen Tätigkeit beim KSB „offiziell“ fort. Die Wahl der Rechnungsprüfer komplettierte den Abend. Rechnungsprüfer Michael Seeger (Schützenverein Wetzen) wird in den nächsten vier Jahren durch Stephan Vick (TSV Gellersen) und Mathias Heidbrock (TuS Erbstorf) unterstützt.

Für ein Highlight zum Abschluss sorgte Jutta Gedrath: Sie verlieh Christian Röhling das silberne Sportabzeichen. Erstmals hatte er das Abzeichen in diesem Jahr in Angriff genommen. „Ich bin wirklich überrascht und ein bisschen stolz über diese Auszeichnung. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen“, freute sich Röhling bei der Ehrung. Nach knapp anderthalb Stunden dankte KSB-Vorsitzende für die Teilnahme und wünscht alle Vereinsvertreter/innen eine angenehme Heimreise, die sie in diesem Jahr sofort antreten mussten.

Text: Bensemann/Pöss
Fotos 1,3,4,5,6,7,8: KSB
Fotos 2, 9: H.-J. Wege

Zum Abschluss danken wir H.-J. Wege für das schöne Foto des gesamten KSB-Vorstandes: