Kicken mit Knautschzone in Kaltenmoor

26 Okt Kicken mit Knautschzone in Kaltenmoor

 

Bubble Soccer-Aktionstag von Sportjugend, Stadtjugendpflege und FC Dynamo war ein voller Erfolg

Lüneburg. Das sieht schon lustig aus: Nur die Beine gucken beim sogenannten Bubble Soccer heraus, der Rest des Körpers steckt sauber und geschützt in einem luftgepolsterten Plastikballon. Wuchtige Rempler und waschechte Überschläge sind deshalb ausdrücklich erlaubt, um sich den Weg zum Tor im wahrsten Sinne des Wortes freizuräumen.

Diese spaßige Fußballversion in einer Blase, die man quasi wie einen Rucksack trägt, konnten jetzt rund 30 Mädchen und Jungen bei einem Aktionstag auf dem Bolzplatz des Jugendzentrums Kaltenmoor ausprobieren. Die Sportjugend des Kreissportbundes Lüneburg, die Stadtjugendpflege und der FC Dynamo hatten dazu eingeladen, auch spontan konnte hier jeder mitmachen.

Den nötigen Abstand zu halten war dabei kein Problem, schon durch die dicke Knautschzone ist beim Bubble Soccer direkter Körperkontakt unmöglich. Dafür hatte das Organisationsteam alle Hände voll zu tun, die wuchtigen Ballons nach jedem Kicker zu reinigen und zu desinfizieren. Eine durchaus dreckige Angelegenheit, denn wegen des aufgeweichten Bolzplatzes waren die Bälle zunehmend mit Matsch und Gras übersät. „Heute gehen hier wohl alle schmutzig, aber glücklich nach Hause“, erklärte Lina Oskamp von der Sportjugend grinsend und schaute dabei an ihrer verdreckten Jeans herunter.

Der Aktionstag resultierte aus dem Projekt „Go Sports Day – Gemeinsam gegen Bewegungsarmut“ des Landessportbundes und der BARMER, den die Lüneburger Sportjugend im vergangenen Sommer regional im Freibad Hagen umgesetzt hatte. (LZ berichtete). Auch die Stadtjugendpflege und der FC Dynamo hatten sich dort präsentiert, um den Nachwuchs direkt vor Ort auf ihre Angebote aufmerksam zu machen, leisteten so wichtige Integrationsarbeit.

Gemeinsam entstanden weitere Maßnahmen, die noch bis Ende 2020 finanziell gefördert werden. „Eine war die Anschaffung dieses zwölfteiligen Bubble Soccer-Sets, durch das der Aktionstag erst möglich wurde“, freute sich Lina Oskamp. Profitieren sollen davon in Zukunft alle Vereine in Stadt und Kreis: Die Bälle sind über den Kreissportbund auszuleihen. (Mehr Infos hier auf der Homepage)

„Wir sind froh, trotz Corona doch noch Bewegung für Kinder in den Stadtteil Kaltenmoor bringen zu können“, lobte KSB-Geschäftsführerin Susanne Pöss den Einsatz der Sportjugend. Das freute auch Matthias Schmidt von der BARMER: „Als Krankenkasse sehen wir, wie wichtig Bewegung für Kinder ist. Deshalb sind solche Projekte eine tolle Möglichkeit, Sport noch interessanter zu machen und Kids so in Bewegung zu bringen.“

Am Ende des Aktionstages wurde es noch ernst: Teams aus dem Jugendzentrum in Kaltenmoor traten in einem Turnier gegeneinander an. Auch hier gab es auf dem Platz keine Gnade. Und sicher kamen die Fußballerinnen und Fußballer in der Nachspielzeit zu Hause noch einmal ins Schwitzen: Beim Schrubben ihrer dreckigen Beine.

Foto: Andreas Tamme, Landeszeitung Lüneburg